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Grundlagen der Buchgestaltung

Bücher werden seit Jahrhunderten nach festen Regeln gestaltet. Verlage achten sehr darauf, mit ihren Produkten nicht unangenehm aus dem Rahmen zu fallen. Natürlich gilt es heute mehr denn je, sich von der Masse abzuheben. Dennoch gibt es einige Grundsätze, die nur selten über Bord geworfen werden. Als Selfpublisher kann man sich an diese Grundsätze halten, muss es aber nicht. Wie du dein Buch aufbaust und gestaltest, ist in Zeiten von Print on Demand einzig dir überlassen, denn – wie ich woanders schon schrieb – was irgendwie auf eine Seite passt, wird auch gedruckt. Ich rate dir aber, sehr sorgfältig zu überlegen, ob du rebellieren möchtest oder der Welt lieber ein Werk ablieferst, das professionellen Ansprüchen genügt. Deine Entscheidung! Für den Fall, dass du dich nicht für die Rebellion entscheidest, folgen hier neben allgemeinen Tipps zur Buchgestaltung einige konkrete Hinweise, wie gute alte Buchsatzregeln aussehen.

Vorüberlegungen

Doch zuvor möchte ich dir raten, einige Vorüberlegungen anzustellen und dir über einige Dinge klar zu werden, die du vielleicht noch nicht auf dem Schirm hast. Flüchtig betrachtet haben diese Dinge nicht viel mit der Buchgestaltung zu tun, bei genauerem Hinsehen aber sind sie eng damit verwoben.

Zielgruppe

Über deine Zielgruppe bist du dir hoffentlich längst im Klaren, besonders, wenn dein Manuskript schon fertig auf dem Tisch liegt. Dennoch ist es sinnvoll, in Hinblick auf die Buchgestaltung noch einmal darüber nachzudenken: Was sind das für Leute, die dein Buch kaufen werden? Dass einfach alle Amazon-Kunden dein Buch haben wollen, wirst du dir hoffentlich nicht einbilden. Aber einige eben schon, aber wer?

  • Alt oder jung?
  • Männlich oder weiblich?
  • Arm oder reich?
  • Romantisch oder kühl
  • ...

Es gibt noch etwa tausend Charakterisierungen deiner Zielgruppe, die in die Buchgestaltung hineinspielen, konkret in die Farbauswahl, Aufmachung, Schriftart, Schriftgröße, Covergestaltung, und – dies ist wohl der entscheidenste Punkt – den Preis.

Verkaufspreis

In Deutschland gilt die Buchpreisbindung. Das bedeutet, dass du den Verkaufspreis deines Buches einmalig festlegst. Dieser ist dann verbindlich für alle Verkaufskanäle, ob Online-Shop, Buchhandlung oder den Verkauf durch dich selbst bei einer deiner Lesungen oder per Post. Im Nachhinein ist daran nicht mehr zu schrauben, es sei denn durch eine Neuauflage mit neuer ISBN-Nummer. Um so wichtiger ist es, den Preis wohlüberlegt zu wählen.

Nach unten sind dir als Selfpublisher beim Preis harte Grenzen gesetzt. Wenn du auch noch so idealistisch und selbstausbeuterisch an die Sache herangehen willst: Kein Druckdienstleister wird deine Leidenschaft teilen. Für ein bestimmtes Buch mit einer bestimmten Seitenanzahl in einer bestimmten Aufmachung wird er immer den Preis x verlangen. Dies ist sozusagen dein Einkaufspreis. Bestellst du deine Auflage direkt bei einer Druckerei, kannst du diese Kosten natürlich selbst tragen und den Verkaufspreis auf einen Euro festlegen oder das Buch gleich verschenken. Bei On-demand-Druckdienstleistern ist das aber nicht vorgesehen. Bei ihnen ist durch die starren Verträge kein Verkaufspreis unter dem Einkaufspreis möglich (denn dann müssten sie dir für verkaufte Bücher eine Rechnung schreiben, was im Workflow nocht vorgesehen ist). Selbst wenn du auf jeglichen Gewinn aus deinen Verkäufen verzichtest, ist x die absolute Untergrenze für den Verkaufspreis. Drücken kannst du diesen Wert nur durch Abstriche bei der Buchausstattung (Paperback statt Hardcover) sowie der Reduzierung der Seitenanzahl (größeres Buchformat, kleinere Schrift, kleinerer Zeilenabstand, schmalere Seitenränder). In Grenzen ist dies alles vertretbar und sogar notwendig, doch irgendwann tut es weh – dir als Schöpfer deines geliebten Werkes und den Lesenden beim Lesen ;-)

Nach oben ist die Verkaufspreis-Grenze nicht so hart. Sie wird bestimmt durch den Preis, den dein Publikum zu zahlen bereit und in der Lage ist und welcher üblich ist. All dies ist natürlich abhängig von der Art deines Buches; für Fachbücher sind höhere Preise üblich und akzeptiert als für Belletristik, und Kinder-Bilderbücher sind meist teurer als Kurzgeschichten-Bände. Wichtig ist auch der Umfang; für eine 60-Seiten-Erzählung kann man nicht denselben Preis verlangen wie für einen 1200-seitigen Fantasy-Roman in gleicher Aufmachung. Und dasselbe Werk in Hardcover-Bindung darf deutlich mehr kosten als in Form eines Taschenbuches. Doch an dieser Stelle spielt auch die Zielgruppe mit hinein: Älteres Lesepublikum hat durchschnittlich mehr Geld zur Verfügung als jüngeres oder gar jugendliches, und spezialisierte Fachbücher werden von gebildetem Fachpublikum gekauft, vielleicht sogar vom Arbeitgeber bezahlt; auch hier sitzt das Geld üblicherweise lockerer als bei Liebhaber/innen der Groschenromane.

Das Festlegen des Verkaufspreises ist eine komplizierte Angelegenheit. Obejktiv-sachliche marktwirtschaftliche Fachkenntnis kann dabei vor Enttäuschungen schützen. Da ich diese Fachkenntnis nicht habe, gehe ich hier nicht weiter auf Marktforschung, Gewinnabschätzung und Co ein. Erwähnen möchte ich aber, dass das Einhalten eines sinnvollen Verkaufspreises die eine große Challenge bei der Gestaltung eines Buches ist. Nicht immer kann man als Selfpublisher all seine Wünsche verwirklichen. Stets sind harte Kompromisse geboten zwischen Verkaufspreis, Buchausstattung und der Lesbarkeit. Und nur selten wird man gleich im ersten Anlauf das Optimum erreichen. Oft sind mehrere Schritte nötig, um die Waage zwischen diesen Kriterien ins Gleichgewicht zu bringen.

ISBN oder nicht ISBN?

Books-on-Demand-Anbieter stellen für geringe einmalige Kosten nicht nur eine ISBN-Nummer zur Verfügung, sie organisieren auch alle weiteren Schritte, um dein Buch in die Bestellkataloge der Großhändler zu bringen. Kein schlechter Service, will ich meinen, denn das Buch ist damit nicht nur beim Druckdienstleister selbst bestellbar, sondern über jede Buchhandlung und jeden Online-Shop – national und international. Für mich war es nie eine Frage, ob ich das will oder nicht.

Doch es gibt auch Fälle, da ist eine ISBN überflüssig oder gar unerwünscht. Eine Kursleiterin oder ein Vortragsreisender könnte beispielsweise bei den eigenen Veranstaltungen gedrucktes Begleitmaterial zum Kauf anbieten. Niemand, der den Kurs oder den Vortrag nicht besucht, hat je ein Interesse daran, diese Drucksache in einem Shop zu bestellen. Eine ISBN-Nummer und die daranhängenenden Verkaufsmechanismen sind hier überflüssig. Auch rein private Schriften brauchen keine ISDN-Nummer. Die Tagebuchaufzeichnungen der Großmutter aus den Kriegsjahren, die in gedruckter Form den Familienangehörigen zur Verfügung gestellt werden, sollen schließlich privat bleiben und in keinem Katalog auftauchen – obwohl, vielleicht wird ja ein Bestseller daraus ;-)

Endlich – Die Buchgestaltung

Nach diesen Vorüberlegungen kommen wir nun endlich zur eigentlichen Buchgestaltung. Diesen Bereich habe ich in mehrere große Abschnitte eingeteilt:

Grundlagen der Buchgestaltung: Wichtige Vorüberlegungen

Ganz zu Beginn möchte ich dir ans Herz legen, einige Vorüberlegungen anzustellen und dir über einige Dinge klar zu werden, die du vielleicht noch nicht auf dem Schirm hast. Auch wenn es dir langweilig erscheint und du hier eigentlich nur etwas über die Buchgestaltung erfahren willst – nur flüchtig betrachtet haben diese Dinge nicht viel mit der Buchgestaltung zu tun. Bei genauerem Hinsehen aber sind sie eng damit verwoben.

Grundlagen der Buchgestaltung: Buchformat und Buchausstattung

Viele Menschen haben ein Lieblingsbuch. Bei mir ist es "Der Schneekristallforscher" von Titus Müller. Begeistert bin ich nicht nur vom Inhalt, dieser romantisch-verklärten Lebens- und Liebesgeschichte des besonderen Menschen Wilson Bentley, der – in eine bäuerliche Umgebung hineingeboren – sich mehr für die Erforschung von Schneeflocken mit seinem Mikroskop interessiert als für den väterlichen Hof. Begeistert bin ich auch von der Aufmachung des Buches.

Grundlagen der Buchgestaltung: Aufbau des Buchblocks

Wer ein eigenes Buch gestalten will, sollte sich einmal vor sein heimisches Bücherregal stellen und ziellos in einzelne Bücher hineinschauen – diesmal aber nicht als Leser/in, sondern mit einem Blick für die Gestaltung der einzelnen Seiten. Der Buchblock, also die beim Buchbinden zusammengehefteten Blätter innerhalb der Buchdeckel, hat bei aller Unterschiedlichkeit stets denselben Aufbau.

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